Gedenken zum 100. Todestag Opern-Star Enrico Caruso: Eltern lebten in Seligenstadts Partnerstadt Piedimonte Matese
Luciano Pavarotti, Placido Domingo oder José Carreras sind Tenöre, deren Namen in aller Munde sind. Diese weltberühmten Tenöre traten in den bekanntesten Opernhäusern und Konzertsälen auf und rissen die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Ein solcher Star am Opernhimmel war in den Jahren 1903 bis 1921 Enrico Caruso, der vor einem Jahrhundert im Alter von nur 48 Jahren starb.

Piedimonte Matese/Neapel/Seligenstadt – Piedimonte Matese, die italienische Partnerstadt Seligenstadts, gedachte dieses großartigen Sängers. Immerhin lebten dessen Eltern dort, und um ein Haar wäre auch Caruso in Piedimonte zur Welt gekommen. Marcus Bayer stellte die Geschichte für den Europäischen Freundeskreis Seligenstadt (EFS) zusammen.
Der Tenor blieb zunächst unbeachtet. Das änderte sich schlagartig vier Jahre später, als er die Partie des Loris bei der Premiere von Umberto Giordanos „Fedora“ sang.
Caruso erreichte hohe Popularität nicht nur bei Opernliebhabern, sondern in allen sozialen Schichten. Sein Nimbus entsprach dem heutiger Fußball-Legenden. So sang er in Mexiko-Stadt sogar in der Stierkampfarena.
Caruso eroberte die großen Bühnen der Welt. Sein Privatleben jedoch sorgte öfter für Aufregung. Acht Jahre lebte er unverheiratet mit der Opernsängerin Ada Giachetti zusammen, mit der er zwei Söhne hatte. Einige Zeit lebte er mit deren Schwester Rina und heiratete später überraschend eine amerikanische Millionärstochter. Wegen seines Reichtums wurde er zum Ziel eines frühen Ablegers der sizilianischen Mafia in den Vereinigten Staaten. Nur knapp entging er in Kuba einem Attentat. Bekannt waren seine Großzügigkeit und sein Humor.
Im Spätherbst des Jahres 1920 zog sich Enrico Caruso durch eine Erkältung eine eitrige Rippenfellentzündung zu, die letztlich am 2. August 1921 zu seinem Tod in Neapel führte.
In Piedimonte Matese ist man natürlich stolz auf diesen großen Enkel der Stadt, auch wenn er dort nicht zur Welt kam. Zu seinem 100. Todestag im August fand sich ein Comitato Caruso mit dem Ziel, mehrere Veranstaltungen an historischen Orten der Partnergemeinde zu organisieren. Vorträge und Konzerte mit Musik von und für Enrico Caruso brachten Leben und Wirken dieses Weltstars in den Folgemonaten in Erinnerung. (mho)
Quelle: Offenbach Post 30.12.2021